Was heißt Konzentration?

Konzentration ist eine Art Filter. Was jeweils wichtig ist, dringt ins Bewußtsein durch, anderes wird ausgeblendet. Konzentration kommt vom lateinischen Wort centrum, zu deutsch “Mitte”.

Sich konzentrieren können heißt also

  • in der eigenen Körpermitte sein, still sitzen und aufmerksam zuhören
  • seelisch ruhig und ausgeglichen sein
  • geistig die Aufmerksamkeit über eine gewisse Zeit aufrechterhalten und bewußt auf eine Sache lenken können
  • sich mit Geduld, Ausdauer und Anstrengungsbereitschaft der Lösung von Aufgaben widmen

Ursachen von Störungen der Konzentration

Hektik, Angespanntheit, die Unfähigkeit, sich zu sammeln und zur Ruhe zu kommen, sind Begleiterscheinungen unserer Zeit. Still sein, den Körper ruhig halten, die eigene Mitte spüren, zuhören und auf Empfang schalten statt dauernd selbst zu senden, ist für Kinder mit Störungen der Konzentration schlichtweg nicht möglich. Ihre Körperhaltung, ihre Bewegungsunruhe, ihr Abgelenktsein, ihre Lern- und Verhaltensstörungen sind deutlicher Ausdruck ihrer mangelnden Konzentration.

Kinder können heute den „Konzentrationsschalter“ nicht mehr so einfach an- und abschalten wie frühere Generationen. Von Reizüberflutung geplagt, gelingt es ihnen zunehmend schlechter, ihre Konzentration aufrechtzuerhalten. Daher ist es für sie auch viel schwieriger geworden, sich auf das schulische Lernen einzulassen. Sie erwarten vielmehr auch vom Unterricht starke Reize. Normaler Unterricht befriedigt ihre Sinne nicht mehr. Wie beim Surfen im Internet oder beim Zappen durch die TV-Programme hüpfen sie schnell von einem Angebot zum nächsten, wenn es ihnen zu langweilig oder zu kompliziert wird.

Weitere Gründe für mangelnde Konzentration sind:

  • Überforderung
  • Leistungsdruck
  • schlechte Noten
  • Ängste (Schulangst, Prüfungsangst, Versagensängste)
  • schwierige Entwicklungsphasen wie zum Beispiel die Pubertät

Dauern Störungen der Konzentration über einen längeren Zeitraum an, kann ein Kind leicht in einen Teufelskreis von Prüfungsversagen, negativen Einstellungen, sinkendem Selbstvertrauen, Schulangst bis hin zu totaler Lernverweigerung geraten.

Die Konzentration stärken

Die Zahlen über Kinder mit mangelnder Fähigkeit zur Konzentration sind zwar erschreckend, doch es ist wichtig zu wissen: Konzentration, Geduld, Ausdauer und Anstrengungsbereitschaft sind Fähigkeiten, die wir fördern können.

Konzentration ist lernbar

Eltern können zu Hause viel dafür tun, dass sich ihre Kinder in Konzentration, Ruhe, Ausdauer und Geduld üben können, etwa indem sie

  • mit den Kindern häufig Gespräche führen, dabei die Kultur des Zuhörens trainieren.
  • den Kindern oft vorlesen, denn Sprache ist die Voraussetzung für alle Denkvorgänge im Gehirn. Sie stärkt die Konzentration und das visuelle Gedächtnis, weil zu Sprache passende Bilder im Kopf entstehen.
  • den Umgang mit Fernsehen und Computer wegen ihrer reizüberflutenden Wirkung auf ein vernünftiges Maß begrenzen und so der Medienverwahrlosung der Kinder entgegenwirken. Bei viel zu vielen Kindern stehen bereits TV, Computer, Spielekonsole oder DVD-Rekorder im Kinderzimmer.
  • traditionelle Spiele spielen wie Brettspiele, Mikado, Memory, Puzzles, Kartenspiele. So werden Kinder spielerisch zu mehr Konzentration, Ruhe und Ausdauer „verführt“.

Geeignete Rahmenbedingungen für Konzentration schaffen

  • Störquellen (Telefon, Handy, Haustürklingel, Radio, TV) möglichst ausschalten
  • einen ruhigen Arbeitsplatz zur Verfügung stellen
  • mit etwas Leichtem oder mit einem Lieblingsfach beginnen

Den Wechsel von Anspannung und Entspannung beachten

  • immer wieder kurze Pausen zur Entspannung und zum Energieaufbau einlegen.
  • gezielte Bewegungsübungen, etwa Lerngymnastik aus der Kinesiologie, einsetzen. Sie aktivieren die Gehirnzellen und vernetzen sie stärker miteinander. Je dichter das Nervennetz, desto besser die Konzentration und Lernfähigkeit.

Wenn Sie bereits alle diese Empfehlungen zu Hause umsetzen und sich trotzdem kein Erfolg einstellt, leidet ihr Kind wahrscheinlich an einer tiefergehenden Störung der Aufmerksamkeit und braucht professionelle Hilfe.

Mein Therapieangebot bei Störungen der Konzentration

Bitte beachten Sie auch mein Angebot unter Vorträge: „Lernen will gelernt sein“ und „Konzentration ist lernbar“ unter Seminare: „Konzentration ist lernbar“ und „Mit allen Sinnen die Stille entdecken“.

Zurück zu Konzentration