Förderung des Grundwahrnehmungssystems

Die Rolle integrierter frühkindlicher Reflexe für das Lernen

In den ersten Wochen und Monaten nach der Geburt ist das Kind mit einer Reihe von frühkindlichen Reflexen ausgestattet, die sein Überleben in seiner neuen Umgebung garantieren. Frühkindliche Reflexe sind stereotype Bewegungsmuster, die vom Hirnstamm ohne Beteiligung des Großhirns, gesteuert werden. Sie erscheinen bereits im Mutterleib, sind bei der Geburt vorhanden und werden nach dem 6. bis 12. Lebensmonat gehemmt. Erst die Integration der frühkindlichen Reflexe ermöglicht die Entstehung komplexerer Nervenstrukturen in höheren Gehirnzentren und fördert die Kontrolle über willentlich ausgeführte Bewegungen.

Die mangelhafte Hemmung frühkindlicher Reflexe führt in der Regel zu einer gestörten Bewegungsentwicklung und zu falscher Verarbeitung von Sinnesreizen. Die Verzögerung der Ausreifung des Nervensystems kann die körperliche, emotionale und geistige Entwicklung des Kindes beeinträchtigen.

Die Rolle der Integration der Sinne für den Lernerfolg

Die Integration der Sinne erfolgt bei den meisten Menschen automatisch und unbemerkt im Laufe ihrer frühkindlichen Entwicklung. Sie ist ein wichtiger Meilenstein in der Reifung des kindlichen Gehirns. Lern-, Aufmerksamkeits- und Verhaltensstörungen bei Kindern entstehen oft durch eingeschränkte Integration der Sinne. Darunter versteht man die Fähigkeit, alle einlaufenden Sinneseindrücke im Gehirn zu ordnen und zu interpretieren und darauf eine sinnvolle, zielgerichtete Antwort zu finden. Dazu müssen alle Sinnessysteme im zentralen Nervensystem zusammenarbeiten: das Gleichgewicht, die Eigenwahrnehmung, das Körperschema, die Raumorientierung, die Koordination von Grob- und Feinmotorik sowie das Fühlen, Riechen, Schmecken, Hören und Sehen.

Um betroffenen Kindern wirksam helfen zu können, ist es wichtig, die Zusammenhänge von Sinnesintegration und Lernerfolg zu kennen.

Methoden zur Förderung des Grundwahrnehmungssystems

Neurophysiologische Entwicklungsförderung

Das Trainingsprogramm zur neurophysiologischen Entwicklungsförderung besteht aus spezifischen Bewegungsübungen, die fortdauernde frühkindliche Reflexe hemmen und damit dem Großhirn eine zweite Chance geben, versäumte Entwicklungsschritte nachzuholen.

Sensorische Integration (Integration der Sinne)

Das Bewegungsprogramm zur Integration der Sinne dient der Ausreifung des Nervensystems.  Durch die Übungen lernt das Kind sein Gehirn zu ordnen. Sie fördern die Fähigkeit, Körperempfindungen richtig zu interpretieren und darauf mit sinnvollen, zielgerichteten Handlungen zu antworten. Sie wirken sich auch positiv auf die Psyche und das geistige Lernvermögen des Kindes aus.

 

Kinesiologie / Edukinesthetik

Auch das Trainingsprogramm der Edukinesthetik wie die "Neubahnung von Bewegungsmustern" und lerngymnastische Übungen bieten eine effektive Möglichkeit zur Förderung des Grundwahrnehmungssystems.

^ Seitenanfang ^ | zur Startseite


Lernerfolg - Gesundheit - Lebensfreude


http://www.lernberatung-adorno.de/